The Social Wars – Episode 1 – „In your face!“

Facebook startet also die angekündigte Kooperation mit Skype um seinen Benutzern Videochats zu ermöglichen. Dies ist kein wirklich überraschender Schritt sondern war durchaus zu erwarten. Facebook besitzt überragend viele Nutzer, eine recht gute Infrastruktur; Skype hat ebenso eine nennenswerte Nutzerzahl, eine meistens zufrieden stellende Technologie und das nötige Know-How.
Wichtiger an diesem neuen Feature und allem was um das Redesign des Facebookchats sind für mich aber Randbemerkungen und Dinge die hinter dem offensichtlichen zum Vorschein kommen.
Zudem drängt sich ein Vergleich mit dem erst vor kurzem gestarteten Konkurrenten Google+ auf.

Um die Last für die Server niedrig zu halten greift Facebook auf die P2P-Technologie und die Streamingprotokolle Skypes zurück. Ein Facebook-Videochat sieht auch designmäßig so aus, wie man es von Skype erwarten würde.
Doch da scheint die Kooperation auch schon aufzuhören. Weder ist es möglich mit Skype-Nutzern einen Videochat zu führen, noch kann man sie in eine Kontaktliste hinzufügen. Auch der Chat, lässt Skype-Nutzer links liegen. Was soll das denn? Für beide Netzwerke wäre dies doch eine ideale Chance sich gegenseitig noch ein paar Nutzer zuzuspielen und vorhandene noch weiter an sich zu binden (Was ja definitiv eines von Facebooks Zielen ist).
Seltsam auch, das keine Videogespräche mit mehreren Personen möglich sind. Facebook würde dies sicher begrüßen, aber scheinbar scheint Skype hier ein Geschäft zu wittern und bleibt auf diesem Teil des Service sitzen wie eine Henne auf dem Ei.
Über das Design des neuen Chats lässt sich kaum streiten, die Entscheidung die Kontakte bei großen, breiten Monitoren an den Rand zu verlegen ist ebenso sinnvoll wie übersichtlich. Doch die Einbindung eines Videogespräches lässt enorm zu wünschen übrig. Das Video-Frame direkt über der Facebook-Seite? Was soll das denn? Ist es nicht durchaus möglich das man weiter, neben dem Gespräch auf Facebook andere Dinge erledigen möchte? (Andere Leute mit geschenkten Kühen nerven?)

Google+ gängelt im direkten Vergleich den Nutzer weit weniger. Die Hangout-Videochats kommen per se mit Multiuser-Support und lassen sich bequem im Hintergrund halten, wenn man möchte. Ein schönes Feature hier ist auch das man Youtube-Videos mit den anwesenden Hangout-Teilnehmern teilen kann.
Interessant ist Googles Implementierung des Chats, denn diese ist 1:1 Google-Talk, ein auf XMPP basierendes System, das auch mit Jabber, AIM & Co. kompatibel ist. Facebook fährt ebenfalls ein XMPP-kompatibles System, denkt aber allen Anschein nach nicht daran sich irgendwie zu öffnen.

Interessant ist auch das Zuckerberg oft auf Gruppen und Listen hingewiesen hat. Benutzen die User diese Systeme etwas nicht wie, oder in welchem Maße, Facebook das gerne hätte?
Allgemein ist Zuckerbergs Definition von Gruppen, eigentlich keine Definition im eigentlichen Sinne:

„The definition groups is: A Group that everyone inside the group knows, whoelse is in the group.“

Zirkelfreiheit war gestern. Heute definiert man sich mit sich selbst, oder was?

Ein weiterer interessanter Punkt der die Gegensätze zwischen den Netzwerken herausarbeitet ist Marks Aussage:

„The last five years have been about connecting people. […] The next five years are about building apps“

Denn Googles Ansatz scheint genau anders herum zu laufen. Google hat die Apps, die Distribution von Android und ihre Infrastruktur und versucht nun dies alles zu verbinden, mit großer Einsicht wie man es für Benutzer einfach gestalten kann.
Allein vernetzte Menschen bringen noch keinen Erfolg, wie man am Beispiel Myspace deutlich sehen kann.

Persönlich finde ich in Google+ mehr Freiheit. Man hat zumindest das Gefühl über seine Daten besser verfügen zu können (Privacyfeatures, Datendownload, usw.) und dabei gleichzeitig weit weniger abgeschlossen zu sein als im geschlossenen Ökosystem Facebooks.

Die kommenden Jahre bleiben spannend – Welche Konzepte werden sich durchsetzen? Mit welchen Innovationen werden die beiden Firmen aufwarten? Und vor allem wo bleibt der User, wenn sich zwei Riesen auf einen Kampf einlassen?

Analog Heaven

Ich bin ja immer wieder fasziniert wenn irgendwelche Leute da draußen Geräten, die so aussehen, als seien sie eher für die kontrollierte Landung einer Raumfähre gedacht, als um damit Musik zu machen, die interessantesten Klänge entlocken.

Ich weiß nicht genau was mich dabei am meißten fasziniert: Die Technik die so komplex erscheint und doch irgend etwas kleines, sinnvolles tut, oder das Faktum, dass kleine Veränderungen in diesem Setup den Klang erzeugen.

Aber um nicht lange zu reden, lasst das Video einfach selbst wirken:

Eine Neue, Alte Welt

Gestern wurde nach schier unendlich langem Warten, wieder ein bisschen Material zu Guild Wars 2 veröffentlicht.
Arena.net hat dem ersten Trailer zur geplanten Fortsetzung es sehr erfolgreichen MMORPG „Guild Wars“ (In den Nutzerzahlen direkt hinter WoW) veröffentlicht.
Zu sehen sind neben zahlreichen Concept-Arts auch Ingame-Grafik. Neben dem rein Optischen bietet das Video auch zahlreiche neue Informationen und Ansätze für Spekulationen. Aufgrund der enormen Bilderflut halte ich es für gut, das Ganze einmal auseinander zu nehmen:

Eine Frauenstimme fasst zu Beginn des Trailers die Ereignisse der letzten Jahrhunderte zusammen. Vorerst nichts nichts neues, denn es ist bekannt, dass mit dem Erwachen vom Primordus, am Ende des Story-Bogens von Guild Wars, sich die Drachen aus ihrem langen Schlaf erheben. Doch schon das erste dieser Wesen ist ein Unbekannter: Zhaitan, der Drache, der unter Orr lag.
Interessant an ihm ist zu erst eimal der Name, denn wie es scheint hat Arena.net ein Faible für mythologisch angehauchte Namen. Von „Abaddon“ und „Asura“ nun zu Zhaitan, was „Satan“ zum verwechseln ähnlich klingt. Immerhin ist der Drache seit jeher eine Allegorie für den Teufel.
Der Drache unter Orr klärt auch einige Dinge die bisher nur angedeutet wurden. Da auch in der zentralen Transferkammer der Asura die Konzentration an Energie und Magie sehr hoch war und das an Primordus lag, der unmittelbar in der Nähe schlief, ist es nur logisch, dass sich die enorme Konzentration an Energie beim Aufruf der Beschwörung aus den verlorenen Schriftrollen nicht nur aus den Rollen selbst kam, sondern auch von Zhaitan. Eine Neue, Alte Welt weiterlesen