Kaugummi

Es ist, als wollen die Tage nicht enden. Als will jeder von ihnen nicht kommen und gehen, so wie es einst war. Nun scheint jeder Tag zu kämpfen. Stunde um Stunde, Minute für Minute bis hin zu jener Sekunde, eigentlich nur einer von Tausenden, die einfach nicht zu dem werden will, was sie aber ohne Zweifel werden wird: Vergangenheit. Nun wäre das nicht so schlimm, wenn nicht jede Sekunde versuchen würde ihr Ende hinauszuzögern.

Der Kampf scheint aussichtslos, denn langsam geht mir die Munition aus diese Schlacht zu führen. Langsam sinkt die Motivation des Teils in mir der sich noch wie ein Bollwerk gegen die zäh fließende Flut der Zeit stellt. Das fatale ist, dass ich die Wahrheit kenne. Ich habe ihn nicht gewollt: diesen Kampf. Aber ich habe ihn heraufbeschworen; Tag für Tag, Stunde um Stunde, Minute für Minute. Heraufbeschworen mit den Waffen mit denen ich nun kämpfe. Mit Kurzweil, Informationsflut und tausenden Bildern. Ich kann nicht sagen, ich hätte nichts dabei gelernt, im Gegenteil. Aber geholfen hat es auch nicht.

Es ist nicht, also ob ich nichts hätte um dieses sinnlose Warten und Vergehen von Zeit in die Knie zu zwingen. Doch wie es mit Dingen ist, die so viel in nur einem Augenblick ändern und das Alte in einem blendenden Schein verblassen lässt, man will sie nicht, man fürchtet sich vor den Konsequenzen. Doch je mehr sich die Lage zuspitzt, desto näher kommt man an das Unvermeidliche heran. Tag für Tag, Stunde für Stunde, Minute für Minute.

Die Folgen wären eigentlich gar nicht so schlecht und ein für alle Mal Ruhe wäre auch. Nur deshalb voreilig auf den Auslöser drücken? Ich habe das Gefühl, den Kampf bis aufs Letzte weitertreiben zu wollen. Tag um Tag, Stunde um Stunde, Minute um Minute, bis zum bitteren Ende. Nicht meinetwegen, nicht der Sache wegen, sondern des Kampfes wegen, der sinnlosen Schlacht um Material. Zeit.

Es ist Zeit, wieder zu kämpfen.

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Nachtgedanken

Es ist eine dieser lauen Frühlingsnächte. Das Fenster steht offen, doch die Wärme des Tages möchte einfach nicht weichen. Vor einer Stunde habe ich noch geschlafen. Einen unruhigen Schlaf ohne Träume, ohne Gesicht, ohne Erholung.
Ich weiß nicht ob mein Kopf schmerzt oder nicht, nur ein dumpfer Druck und müde Augen, die sich nicht schließen möchten. Die Schmerztablette die vor 1h der Nacht ein ruhiges Ende geben sollte will ihre erlösende Wirkung nicht entfalten und so streift mein Blick durch das Zimmer, während mir mein iPod leise beruhigende Töne ins Ohr flüstert. Beschwörend, im Hintergrund, so dass ich noch alles hören kann: Die ersten Vögel, die befahrene Straße, den Güterbahnhof. Und irgendwie wirkt alles so unecht. Das warme Licht der kleinen Lampe, das Wasser, dass meinen Durst stillen soll und die kühle der Satindecke. Ich folge der Wärme meines Körpers und sehe die Schatten an der Decke einen bizarren Tanz vollführen.

Genau wie meine Blicke, die durch den Raum wandern und die Zukunft sehen, eine Zukunft in der alles anders aussieht und doch gleich ist, wandern meine Gedanken, geleitet von Irrlichtern auf Pfaden die Vergangenheit, Gegenwart und die nähere Zukunft verschmelzen. Verschmelzen zu Ereignissen die so nie passieren werden, die auch anders nie passieren werden und doch Ereignisse die ohne Zweifel ihre Schatten voraus werfen. Ein Mädchen, dass mir nicht aus dem Kopf geht. Warum ich, du, wir und warum jetzt?

Ein Blick huscht  über die Uhr des MacBook, dass eben so fremd wie die Geräusche von der Straße in meinen Ohren liegen vor mir im Bett ruht.  Noch vier oder viereinhalb Stunden bis der neue Tag für mich anbricht. Noch drei oder vier Tage, dann bin ich wieder in der Heimat. Einer fernen Welt in der man Nachts noch die Sterne sieht, weil es so wenig Licht gibt.
Trotz dem dort alles so anders ist, wirkt es von hier betrachtet nicht weniger montiert und künstlich als diese Stadt, diese Nacht, dieser wache Traum. Wenn die Realität nur immer so verschwommen wäre wie in dieser Nacht, in der nichts unmöglich scheint, in der ich mich nicht wundern würde, wen die Silhouetten auf dem Bild neben mir zum Leben erwachen würden, in der es mich nicht wundern würde, wenn die Mädchen auf den Magazinen beginnen mit mir zu reden, in der es mich nicht wundern würde, wenn mich die Musik in einen Traum befördert der sich Realität nennt.

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Machinae Supremacy

Machinae Supremacy

Das folgende brennt mir schon länger in den Fingern. Es wird Zeit hier meine Lieblingsband vorzustellen: Machinae Supremacy

Vor, nun schon, 8 Jahren bin ich auf die Jungs aus Luleå in Schweden in einem mittelgroßen Forum gestoßen. Das war in einer Zeit in der noch niemand was von „Creative Commons“ oder dem Retro-80’s-Revival des letzten Jahres geahnt hatte. Und gerade damals schienen diese Verrückten anders als alle anderen Musiker. Ich konnte kaum glauben, dass sie eine Wagenladung Lieder, alles was sie damals hatten, kostenlos zum Download bereitstellten.

Und was waren das für Lieder! So etwas hatte und habe ich bis heute nicht gehört. Ein schneller und abgedrehter Mix aus feinstem Metal und Chiptune, gemacht mit dem wohl besten Soundchip der 8bit-Ära, den SID! Und als ob das nicht schon alles unglaublich genug war, coverten Machinae Supremacy auch noch zahlreiche C64-Klassiker wie BubbleBobble.
Die Hand voll Schweden sind handfeste Nerds die auch gern mal zu Soundschnipseln aus Futurama greifen, ihre Erfahrungen einem Manifest von Balade vertonen oder der wohl dem geekingsten Mädel Englands ein Lied widmen.

Über die Jahre haben sich drei Alben, eins besser als das andere, ein kompletter Soundtrack zu einem abgefahrenen Horizontalscroll-Shooter und 34 andere Lieder die sich legal herunterladen lassen, angesammelt. Eine Nischenband die definitiv nicht jedermanns Geschmack ist aber sich immer treu geblieben ist. Denn selbst die CD-Cover sind macht der Sänger selbst.

Ich freue mich auf den Tag, an dem Robert & Co das erste mal nach Deutschland kommen. Dann stehe ich in der ersten Reihe und bange mir mein verpixeltes Hirn aus dem Schädel!

Und weil es alles so schön herrlich frei zum downloaden gibt, bekommt ihr jetzt die volle Portion, 10 8bit-retro-mäßig geile Lieder zum Luftgitarre spielen und zum kräftigen mitmoshen. Hell yeah, support your local terrorists!

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Was morgen kommt…

Irgendwie steht mein Leben so wie ich es kannte, mochte und hasste auf der Kippe. Nicht mehr lange und es wird sich etwas ändern, oder auch nicht. Mir kommt es so vor als hätte ich zu wenig Einfluss darauf, obwohl ich mir eigentlich auch sicher bin, das genau das Gegenteil viel näher an der Wahrheit liegt.
Ich hatte seit dem ich 15 war nie mehr Angst vor Veränderung, ganz einfach weil es mir in dem Alter wie schuppen von den Augen gefallen ist, dass Veränderung weder etwas schlimmes ist, noch das sie alles schlechter als vorher macht. Die Veränderung war ab einem gewissen Zeitpunkt mein Freund. Ich merkte wie ich mich kontinuierlich veränderte. Das ist bis heute der Fall und ich versuche ständig mich zu verbessern, eben positive Veränderung herbei zu führen. Ich liebe es zu beobachten wie sich um mich herum alles wandelt. In einer Geschwindigkeit… Naja, ihr wisst selbst wie schnelllebig unsere Zeit ist. Und ich mitten drin, in diesem schillernden bunten Schauspiel, das sich „Leben“ nennt.
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