EHRFURCHT UND ABSCHEU VOR GOTTES WORT

Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben. Ich brauche ihre Schönheit und Erhabenheit. Ich brauche sie gegen die Gewöhnlichkeit der Welt. Ich will zu leuchtenden Kirchenfenstern hinaufsehen und mich blenden lassen von den unirdischen Farben. Ich brauche ihren Glanz. Ich brauche ihn gegen die schmutzige Einheitsfarbe der Uniformen. Ich will mich einhüllen lassen von der herben Kühle der Kirchen. Ich brauche ihr gebieterisches Schweigen. Ich brauche es gegen das geistlose Gebrüll des Kasernenhofs und das geistreiche Geschwätz der Mitläufer. Ich will den rauschenden Klang der Orgel hören, diese Überschwemmung von überirdischen Tönen. Ich brauche ihn gegen die schrille Lächerlichkeit der Marschmusik. Ich liebe betende Menschen. Ich brauche ihren Anblick. Ich brauche ihn gegen das tückische Gift des Oberflächlichen und Gedankenlosen. Ich will die mächtigen Worte der Bibel lesen. Ich brauche die unwirkliche Kraft ihrer Poesie. Ich brauche sie gegen die Verwahrlosung der Sprache und die Diktatur der Parolen. Eine Welt ohne diese Dinge wäre eine Welt, in der ich nicht leben möchte.
Doch es gibt auch eine andere Welt, in der ich nicht leben will: die Welt, in der man den Körper und das selbständige Denken verteufelt und Dinge als Sünde brandmarkt, die zum Besten gehören, was wir erleben können. Die Welt, in der uns Liebe abverlangt wird gegenüber Tyrannen, Menschenschindern und Meuchelmördern, ob ihre brutalen Stiefelschritte mit betäubendem Echo durch die Gassen hallen oder ob sie mit katzenhafter Lautlosigkeit, als feige Schatten, durch die Strassen schleichen und ihren Opfern den blitzenden Stahl von hinten ins Herz bohren. Es gehört zum Absurdesten, was den Menschen von der Kanzel herab zugemutet worden ist, solchen Kreaturen zu verzeihen und sie sogar zu lieben. Selbst wenn jemand es wirklich vermöchte: Es bedeutete eine beispiellose Unwahrhaftigkeit und gnadenlose Selbstverleugnung, die mit vollständiger Verkrüppelung bezahlt würde. Dieses Gebot, dieses wahnwitzige, abartige Gebot der Liebe zu den Feinden, es ist dazu angetan, die Menschen zu brechen, ihnen allen Mut und alles Selbstvertrauen zu rauben und sie geschmeidig zu machen in den Händen der Tyrannen, damit sie nicht die Kraft finden mögen, gegen sie aufzustehen, wenn nötig mit Waffen.
Ich verehre Gottes Wort, denn ich liebe seine poetische Kraft. Ich verabscheue Gottes Wort, denn ich hasse seine Grausamkeit. Die Liebe, sie ist eine schwierige Liebe, denn sie muss unablässig trennen zwischen der Leuchtkraft der Worte und der wortgewaltigen Unterjochung durch einen selbstgefälligen Gott. Der Hass, er ist ein schwieriger Hass, denn wie kann man sich erlauben, Worte zu hassen, die zur Melodie des Lebens in diesem Teil der Erde gehören? Worte, an denen wir von früh auf gelernt haben, was Ehrfurcht ist? Worte, die uns wie Leuchtfeuer waren, als wir zu spüren begannen, dass das sichtbare Leben nicht das ganze Leben sein kann? Worte, ohne die wir nicht wären, was wir sind?
Aber vergessen wir nicht: Es sind Worte, die von Abraham verlangen, den eigenen Sohn zu schlachten wie ein Tier. Was machen wir mit unserer Wut, wenn wir das lesen? Was ist von einem solchen Gott zu halten? Einem Gott, der Hiob vorwirft, dass er mit ihm rechte, wo er doch nichts könne und nichts verstehe? Wer war es denn, der ihn so geschaffen hat? Und warum ist es weniger ungerecht, wenn Gott jemanden ohne Grund ins Unglück stürzt, als wenn ein gewöhnlich Sterblicher es tut? Hat Hiob nicht jeden Grund zu seiner Klage?
Die Poesie des göttlichen Worts, sie ist so überwältigend, dass sie alles zum Verstummen bringt und jeder Widerspruch zum jämmerlichen Kläffen wird. Deshalb kann man die Bibel nicht einfach weglegen, sondern muss sie wegwerfen, wenn man genug hat von ihren Zumutungen und der Knechtschaft, die sie über uns verhängt. Es spricht aus ihr ein lebensferner, freudloser Gott, der den gewaltigen Umfang eines menschlichen Lebens – den grossen Kreis, den es zu beschreiben vermag, wenn man ihm die Freiheit lässt- einengen will auf den einzigen, ausdehnungslosen Punkt des Gehorsams. Gramgebeugt und sündenbeladen, ausgedörrt von Unterwerfung und der Würdelosigkeit der Beichte, mit dem Aschenkreuz auf der Stirn sollen wir dem Grab entgegengehen, in der tausendfach widerlegten Hoffnung auf ein besseres Leben an Seiner Seite. Doch wie könnte es besser sein an der Seite von Einem, der uns vorher aller Freuden und Freiheiten beraubt hatte?
Und doch sind sie von betörender Schönheit, die Worte, die von Ihm kommen und zu Ihm gehen. Wie habe ich sie als Messdiener geliebt! Wie haben sie mich trunken gemacht im Schein der Altarkerzen! Wie klar, wie sonnenklar schien es, dass diese Worte das Mass aller Dinge waren! Wie unverständlich kam es mir vor, dass den Leuten auch andere Worte wichtig waren, wo doch ein jedes von ihnen nur verwerfliche Zerstreuung und Verlustdes Wesentlichen bedeuten konnte! Noch heute bleibe ich stehen, wenn ich einen gregorianischen Gesang höre, und einen unachtsamen Moment lang bin ich traurig, dass die frühere Trunkenheit unwiderruflich der Rebellion gewichen ist. Einer Rebellion, die wie eine Stichflamme in mir hochschoss, als ich das erste mal diese beiden Worte hörte: sacrificium intellectus.
Wie sollen wir glücklich sein ohne Neugierde, ohne Fragen, Zweifel und Argumente? Ohne Freude am Denken? Die beiden Worte, die wie ein Hieb mit dem Schwert sind, das uns enthauptet, sie bedeuten nichts weniger als die Forderung, unser Fühlen und Tun gegen unser Denken zu leben, sie sind die Aufforderung zu einer umfassenden Gespaltenheit, der Befehl, gerade das zu opfern, was der Kern eines jeden Glücks ist: die innere Einheit und Stimmigkeit unseres Lebens. Der Sklave auf der Galeere, er ist gekettet, aber er kann denken, was er will. Doch was Er, unser Gott, von uns verlangt, ist, dass wir unsere Versklavung eigenhändig in unsere tiefsten Tiefen hineintreiben und es auch noch freiwillig und mit Freuden tun. Kann es eine grössere Verhöhnung geben?
Der Herr, er ist in seiner Allgegenwart einer, der uns Tag und Nacht beobachtet, er führt in jeder Stunde, jeder Minute, jeder Sekunde Buch über unser Tun und Denken, nie lässt er uns in Ruhe, nie gönnt er uns einen Moment, wo wir ganz für uns sein könnten. Was ist ein Mensch ohne Geheimnisse? Ohne Gedanken und Wünsche, die nur er, er ganz allein, kennt? Die Folterknechte, diejenigen der Inquisition und die heutigen, sie wissen: Schneide ihm den Rückzug nach innen ab, lösche nie das Licht, lasse ihn nie allein, verwehre ihm Schlaf und Stille: Er wird reden. Dass die Folter uns die Seele stiehlt, das bedeutet: Sie zerstört die Einsamkeit mit uns selbst, die wir brauchen wie die Luft zum Atmen. Hat der Herr, unser Gott, nicht bedacht, dass er uns mit seiner ungezügelten Neugierde und abstossenden Schaulust die Seele stiehlt, eine Seele zudem, die unsterblich sein soll?
Wer möchte im Ernst unsterblich sein? Wer möchte bis in alle Ewigkeit leben? Wie langweilig und schal es sein müsste zu wissen: Es spielt keine Rolle, was heute passiert, in diesem Monat, diesem Jahr: Es kommen noch unendlich viele Tage, Monate, Jahre. Unendlich viele, buchstäblich. Würde, wenn es so wäre, noch irgend etwas zählen? Wir bräuchten nicht mehr mit der Zeit zu rechnen, könnten nichts verpassen, müssten uns nicht beeilen. Es wäre gleichgültig, ob wir etwas heute tun oder morgen, vollkommen gleichgültig. Millionenfache Versäumnisse würden vor der Ewigkeit zu einem Nichts, und es hätte keinen Sinn, etwas zu bedauern, denn es bliebe immer Zeit, es nachzuholen. Nicht einmal in den Tag hinein leben könnten wir, denn dieses Glück zehrt vom Bewusstsein der verrinnenden Zeit, der Müssiggänger ist ein Abenteurer im Angesicht des Todes, ein Kreuzritter wider das Diktat der Eile. Wenn immer und überall Zeit für alles und jedes ist: Wo sollte da noch Raum sein für die Freude an Zeitverschwendung?
Ein Gefühl ist nicht mehr dasselbe, wenn es zum zweiten mal kommt. Es verfärbt sich durch das Gewahren seiner Wiederkehr. Wir werden unserer Gefühle müde und überdrüssig, wenn sie zu oft kommen und zu lange dauern. In der unsterblichen Seele müsste ein gigantischer Überdruss anwachsen und eine schreiende Verzweiflung angesichts der Gewissheit, dass es nie enden wird, niemals. Gefühle wollen sich entwickeln, und wir mit ihnen. Sie sind, was sie sind, weil sie abstossen, was sie einst waren, und weil sie einer Zukunft entgegenströmen, wo sie sich von neuem von sich selbst entfernen werden. Wenn dieser Strom ins Unendliche flösse: Es müssten in uns tausendfach Empfindungen entstehen, die wir uns, gewohnt an eine überschaubare Zeit, überhaupt nicht vorstellen können. So dass wir gar nicht wissen, was uns versprochen wird, wenn wir vom ewigen Leben hören. Wie wäre es, in Ewigkeit wir zu sein, bar des Trostes, dereinst erlöst zu werden von der Nötigung, wir zu sein? Wir wissen es nicht, und es ist ein Segen, dass wir es nie wissen werden. Denn das eine wissen wir doch: Es wäre die Hölle, dieses Paradies der Unsterblichkeit.
Es ist der Tod, der dem Augenblick seine Schönheit gibt und seinen Schrecken. Nur durch den Tod ist die Zeit eine lebendige Zeit. Warum weiss das der HERR nicht, der allwissende Gott? Warum droht er uns mit einer Endlosigkeit, die unerträgliche Ödnis bedeuten müsste?
Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben. Ich brauche den Glanz ihrer Fenster, ihre kühle Stille, ihr gebieterisches Schweigen. Ich brauche die Fluten der Orgel und die heilige
Andacht betender Menschen. Ich brauche die Heiligkeit von Worten, die Erhabenheit grosser Poesie. All das brauche ich. Doch nicht weniger brauche ich die Freiheit und die Feindschaft gegen alles Grausame. Denn das eine ist nichts ohne das andere. Und niemand möge mich zwingen zu wählen.

Amadeu de Prado
Rede bei der Abschlussfeier,
Nachtzug nach Lissabon“ v. Pascal Mercier.

Insomniac thoughts

Was ist das hier? Ich liege mitten in der Nacht in meinem Bett, im fahlen Licht des Flüssigkristallbildschirms und frage mich wie so oft was eigentlich mit mir los ist.
Normal sein kann das nicht. Ja, ich habe diesen Begriff schon lange aus meinem Wortschatz heraus genommen. Niemand ist normal, jeder hat seine Marotten auch wenn das die meisten nicht zugeben wollen. Dennoch werde ich „normal“ gleich so häufig benutzen wie vielleicht das ganze letzte Jahr nicht. Aber nicht um etwas als Mittelmaß oder Durchschnitt, als etwas geschmirgeltes und angepasstes, darzustellen, sondern als Orientierung an groben, unheimlich allgemeinen Beobachtungen. (Ein Baum hat eben Äste)
Was sind das für Menschen, die in heutiger Zeit meinen das etwas auf lange Zeit bestand hat? Leute die meinen mit nicht einmal Mitte zwanzig so viel Erfahrung und Wissen gepachtet zu haben um etwas längerfristiges zu entscheiden?
Damit meine ich unter anderem diejenigen meines Jahrgangs die in den letzten 4 Jahren heirateten und/oder jetzt sogar schon ein Kind haben. Verdammt, seid ihr es euch mit knapp über 20 schon so sicher? Ich weiß nicht, aber mir ist so als könnte ich schonmal den Countdown zur Scheidung vorbereiten.
Oder falle ich da aus der Norm? Genau wie dann aus der Norm zu fallen, wenn die (unvermeidliche) Scheidung kommen würde.
Vielleicht haben all jene sich aber auch nur schon damit abgefunden ihr kleines Leben so verdammt langweilig und unauffällig zu führen wir möglich. Work, eat, buy. Consume, then die.
Oder sie scheinen zu wissen was sie wollen. Ich meine, es gab eine Phase in meinem Leben, da dachte ich auch genau zu wissen was ich will, bis es anders kam als gedacht. Immer und immer wieder. Nicht das mich das Leben außerordentlich ficken würde, nein, eigentlich eher gefühlt weniger als so manch anderen, dafür schlängelt sich mein Leben in tausenden kleinen Mäandern durch die Berge der Realität. Mal mit heftigen Stromschnellen und wohl ebenso oft langsam und gemächlich ohne fühlbare Strömung. Ich glaube kaum, dass es da irgendjemand irgendwie anders geht. Niemand geht immer nur gerade aus und niemand geht immer nur zurück. Aber wo nehmen alle die Gewissheit her zu wissen was sie wollen? Es kann doch nicht sein, dass ich der einzige bin, der die Zukunft als diffuses leuchtendes Ding sieht, dass je näher man auf es zu kommt ferner erscheint.
Es ist als befinde ich mich überall in einem Schwebezustand. Ich weiß nicht ob ich im Weltraum bin und grenzenlose Freiheit vor mir habe oder ob es der Beginn eines wirklich Tiefen Falls ist. Vielleicht ist es auch nur das erste Mal, dass das Flugzeug während einer Serie von Parabelflügen nach Unten stürzt.
Mittlerweile ist es auch Morgen. In mir wächst der Wunsch mich mal wieder richtig abzufüllen, weit über den Durst zu trinken. Nur um endlich einmal wieder andere Gedanken fassen zu können, wahlweise auch an mir vorbeiziehen zu lassen.
Ich hab auch kaum Ahnung was ich hiermit sagen will. Nehmt es einfach als Statement gegen dieses gutbürgerliche, kleinliche was mich mehr und mehr ankotzt.

Projekte 2010 – 1

Um mal ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern möchte ich euch etwas davon erzählen wie es hier weitergeht und überhaupt, was ich so das nächste Jahr über mache:

Eigentlich hatte ich geplant für die Dinge die ich so schreibe einen eigenen Blog einzurichten, getrennt vom privaten. Allerdings hätte ich dann 3 Blogprojekte von denen mindestens eins zu kurz kommen würde. Außerdem ist es ja nicht so, als wäre das was ich schreibe nicht irgendwie ein Teil von mir.
Ich werde vielleicht das Layout etwas anpassen um dem Leser hier besser begreiflich zu machen, dass literarische Beiträge eine Zäsur zu den persönlichen darstellen (oder andersrum), aber da werde ich erst einmal beobachten wie es läuft. Zu lesen gibt’s alles was mir so aus der Feder läuft oder in en Tasten klackert. Szenen, Gedichte, Prosa usw., lasst euch überraschen. Für Fragen wegen der Interpretation stehe ich dann gerne bereit oder werde manchmal sogar selbst eine kurze Erklärung dazu schreiben.
Alles in allem also mehr Inhalt für hier.

Update: Hab mal einen ersten Vorgeschmack online gestellt. Sicherlich keine leichte Kost, aber ein Vorgeschmack.

Mit dem Schirmprojekt-Dings geht es auch eher schleppend voran. Das Layout und alles technische ist zwar fertig, allerdings komplizierte sich die Sache mit den zusätzlichen Autoren. Denn die sind mittlerweile in viele verschiedene Himmelsrichtungen zerstreut. Nicht das so etwas  schlecht fürs Projekt wäre, aber schlecht für die Kommunikation, da Australien nun eben mal eine ganz andere Zeitzone hat, zB.
Ich will nicht sagen es liegt auf Eis, denn dazu tut sich zu viel. Schnell voran geht es wie gesagt aber auch nicht.

Als letztes noch ein Ausblick darauf woran ich 2010 mit Webtechnologien arbeiten möchte. Vor kurzen faszinierte mich das Konzeptvideo zum Mag+. Eine Art eReader gedacht für Magazine. Das Layout und die Bedienung haben mich irgendwie fasziniert und ich wünschte es würde so etwas auch für Blogs geben. Da es das nicht gibt muss es wohl gemacht werden. Ich hoffe ich habe damit Erfolg, jedenfalls wird es mich länger auf Trab halten.

Besondere Menschen

Es gibt Menschen, die haben dieses Besondere an sich. Dieses eine gewisse Etwas, das sie von allen unterscheidet. Ein Funken, nein, eine Flamme in ihren Augen. Eine Flamme du unablässig lodert, heiß und oft unglaublich blendend brennt.

Diese Menschen sind nicht immer angenehm, ihr Wesen regt auf und tief im Inneren stoßen sie bei dir Denkprozesse an, die vorher nicht da waren. Unangenehme Gedanken denen man sich aber stellen muss.

Dennoch, diese Menschen inspirieren, sie wirbeln durch dein Leben und machen alles frisch, neu und ungewohnt. Die Dinge die sie dir zeigen erscheinen, als ob sie von irgendwo her beleuchtet würden, egal wie klein sie sind.

Sie strahlen alle möglichen Emotionen aus, in einer Art und Weise, dass du Angst bekommst, weil alles so wahnsinnig intensiv ist. Liebe, Hass, Wut, Freude in noch nie da gewesener Stärke.

Ich freue mich solche Menschen zu kennen, täglich mit ihnen umzugehen und ich bin so wahnsinnig glücklich jeden Tag mit so einem Menschen reden zu können. Jemandem mit dem jeder Moment besonders ist. Nicht immer Einfach, aber unglaublich intensiv.

Dies ist ein erstes und kleines Danke, an jene Menschen und an den einen ganz besondern.

Gonzo – Die Erste.

gonzo_pol
Seit Tagen spukt mir diese Idee im Kopf herum, oder zumindest die Frage ob das Konzept funktionieren könnte. Ein „Markt“ dafür wäre sicher da. Täglich gieren die Massen nach einer neuen Sensation um sich an den dreckigen, obszönen Einzelheiten aufzureiben als ginge es um die einzig und alleine Wahrheit. Und das „Bildungsbürgertum“ und die Yuppies lechzen nach immer neuem, hippen Zeug und es stört sie nicht einmal, dass alles was sie vorgesetzt bekommen nur die aufgewärmte Suppe von gestern. Aber scheiß drauf, Hedonism baby!

Die Frage ist: Gibt es einen wirklich guten deutschen Gonzo-Journalism-Blog-Dings? Ich glaube nicht, sonst wäre er mir schon über den Weg gelaufen. Fuck, warum gibt‘s hier nur Blogs die Hunter S. Thompson beweihräuchern anstatt mal ordentlich auf die Kacke zu hau’n und zu machen was zu machen ist? Dem alten Sack – Diskordia habe ihn selig – würde dieses Fan-Getue sicherlich derbe auf die Nüsse gehn – Vielleicht.

Braucht Deutschland so was? – Wohl nicht. Aber brauchen wir Fashion-Blogs in tausendfacher Auflage? Brauchen wir drei dutzend Twitter-Mashups? Leitet sich der Sinn der Existenz einer Sache nicht durch die Sache und deren Auswirkungen von selbst heraus ab? Ist der Sinn nicht gegeben solange sich Leute dafür interessieren und lesen? Ist das Lesen etwas Geschriebenem nicht schon Erfüllung des Textsinns an sich?
Also ja, Deutschland, nein die ganze Welt braucht ein solches seiner Selbst Willen!

Genug Drogen, Alkohol und wirre Gedanken gibt es zuhauf und mit ihnen kommen zwangsläufig auch die Menschen die mit ihnen Umgang haben. Und mit Menschen kommen ihre Geschichten. Geschichten von den Dingen die passieren. Ein Kaleidoskop aus Fragen, Lust, Meinungen, Bildern, Geräuschen, Farben und dein einfach komplizierten Wahrheiten.
Allein ein solches Projekt durchzuführen wäre zwar drin, aber weit weniger spannend. Ich kenne einige Menschen die durchaus offen für solche Konzepte sind, fragt sich nur ob sie wirklich mit machen wollen und wenn nicht, wie viel Bier ich ihnen bieten muss, damit sie es schlussendlich doch tun.

Die Möglichkeiten ein Flickenwerk aus Information, Hintergrundinformation, Biographischem und Notizen zu einem Ganzen zusammenzufügen erweitert das Internetz wohl um ein vielfaches: Musik, Videos, Bilder und alle möglichen Aufnahmen von Leben bereit verteilt, verheizt und verwendet zu werden. Ohne Übertreibung Ideale Bedingungen.

Die Idee ist eine Idee die schon um ihrer selbst Willen umgesetzt werden muss. Ich werde mir darüber weiter Gedanken machen (müssen). Das wird etwas ganz unterhaltsames. Man darf gespannt sein, fuck yeah! Ich bin es jedenfalls.

(Ja, manchem ist die Sprachliche Ausmalung dieses Posts sicher aufgefallen. Eigentlich nicht wichtig, aber ebenfalls Teil eines Versuches, eben aus der oben geschilderten Idee heraus.)

Nation of Bloggers

Das Video wirde mir gerade zugespielt und ich musste es sofort Bloggen, weil das meiner Meinung nach ein wichtiges Thema ist, das ich auch schon seit einiger Zeit verfolge.
Der Iran ist so gespalten wie selten zu vor. Viele Teile der Bevölkerung befürworten nicht die Außenpolitik oder die Kulturpolitik ihres Landes. Doch der Widerstand gegen das was der amtierende Präsident anrichtet ist nicht leicht und meines Wissens nicht größer organisiert. Aber er ist aktiv und das schon seit Jahren.
Wir können nur hoffen, das die Gedanken von Freiheit und Gleichheit sich über die Blogs im Land ausbreiten und bei der nächsten Wahl weniger extremistische Kräfte gewinnen. Denn der Iran ist immerhin noch ein demokratisches Land.

edit1:
Hier mal eine Analyse und Map der iranischen Blogosphäre. Ist zwar schon ein paar Monate alt, passt aber wunderbar zum Thema.

edit2:
So der Artikel ist (wieder?) online. Nachdem mein crappy Internet in Kooperation mit WordPress ihn gefressen hatten -.- 

Don’t stop living in the red

Andrew W.K.
„Girls own love!“ oder „Party till you puke!“, „I will never listen to your rules!“ und „Get ready to die!“ sind die Ratschläge man von Andrew W. K. erwarten würde.  Kein Wunder, wenn man ihn so auf der Bühne sieht: Action bis zum Ende, Ströme von Schweiß und eine Vorliebe für Blut auf weißen T-Shirts.

Das Partymonster nimmt sich  jetzt aber einfach mal so raus beim Anthem-Magazine mehr oder weniger hilfreiche Ratschläge an die Leser zu verteilen. In wie weit das ganze in seine Self-help und Motovations-Performances passt ist zwar ein wenig fraglich, aber ist das nicht egal? Der Junge ist von Grund auf optimistisch. Und Optimismus ist das was ein Haufen Leute dringend mal gebrauchen könnten.

Mehr Ratschläge von Andrew? Gern:

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