Remember whats sacred

Heute in der Post.

Das alte und das neue Album von Wino und Conny Ochs.
Fantastisch – beide.

Tracks aus dem neuen Album:


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If I can’t dance, it’s not my revolution!

“Anarchism stands for the liberation of the human mind from the dominion of religion and liberation of the human body from the coercion of property; liberation from the shackles and restraint of government. It stands for a social order based on the free grouping of individuals…”

“Love, the strongest and deepest element in all life, the harbinger of hope, of joy, of ecstasy; love, the defier of all laws, of all conventions; love, the freest, the most powerful moulder of human destiny; how can such an all-compelling force be synonymous with that poor little State and Church-begotten weed, marriage?
Free love? As if love is anything but free! Man has bought brains, but all the millions in the world have failed to buy love. Man has subdued bodies, but all the power on earth has been unable to subdue love. Man has conquered whole nations, but all his armies could not conquer love. Man has chained and fettered the spirit, but he has been utterly helpless before love. High on a throne, with all the splendor and pomp his gold can command, man is yet poor and desolate, if love passes him by. And if it stays, the poorest hovel is radiant with warmth, with life and color. Thus love has the magic power to make of a beggar a king. Yes, love is free; it can dwell in no other atmosphere.

― Emma Goldman, Anarchism and Other Essays

Are You an Anarchist? The Answer May Surprise You

Chances are you have already heard something about who anarchists are and what they are supposed to believe. Chances are almost everything you have heard is nonsense. Many people seem to think that anarchists are proponents of violence, chaos, and destruction, that they are against all forms of order and organization, or that they are crazed nihilists who just want to blow everything up. In reality, nothing could be further from the truth. Anarchists are simply people who believe human beings are capable of behaving in a reasonable fashion without having to be forced to. It is really a very simple notion. But it’s one that the rich and powerful have always found extremely dangerous.

At their very simplest, anarchist beliefs turn on to two elementary assumptions. The first is that human beings are, under ordinary circumstances, about as reasonable and decent as they are allowed to be, and can organize themselves and their communities without needing to be told how. The second is that power corrupts. Most of all, anarchism is just a matter of having the courage to take the simple principles of common decency that we all live by, and to follow them through to their logical conclusions. Odd though this may seem, in most important ways you are probably already an anarchist— you just don’t realize it.

Let’s start by taking a few examples from everyday life:

If there’s a line to get on a crowded bus, do you wait your turn and refrain from elbowing your way past others even in the absence of police?

If you answered “yes”, then you are used to acting like an anarchist! The most basic anarchist principle is self- organization: the assumption that human beings do not need to be threatened with prosecution in order to be able to come to reasonable understandings with each other, or to treat each other with dignity and respect.

Everyone believes they are capable of behaving reasonably themselves. If they think laws and police are necessary, it is only because they don’t believe that other people are. But if you think about it, don’t those people all feel exactly the same way about you? Anarchists argue that almost all the anti-social behavior which makes us think it’s necessary to have armies, police, prisons, and governments to control our lives, is actually caused by the systematic inequalities and injustice those armies, police, prisons and governments make possible. It’s all a vicious circle. If people are used to being treated like their opinions do not matter, they are likely to become angry and cynical, even violent—which of course makes it easy for those in power to say that their opinions do not matter. Once they understand that their opinions really do matter just as much as anyone else’s, they tend to become remarkably understanding. To cut a long story short: anarchists believe that for the most part it is power itself, and the effects of power, that make people stupid and irresponsible.

Are you a member of a club or sports team or any other voluntary organization where decisions are not imposed by one leader but made on the basis of general consent?

If you answered “yes”, then you belong to an organization which works on anarchist principles! Another basic anarchist principle is voluntary association. Are You an Anarchist? The Answer May Surprise You weiterlesen

Glücksmomente

Es gibt diese Tage, an denen die Arbeit wirklich stressig war, fordernd – Überstunden – und dann habe ich es geschafft. Ich trete hinaus auf die Straße und die untergehende Sonne grüßt mich über die Dächer der Neustadt hinweg. Die Silhouette der St. Pauli Ruine hinter mir lassend schwebe ich langsam die Königsbrücker hinunter. In diesen Momenten beginnt das Glück aus mir heraus zu brechen.
Im Ohr Godspeed You! Black Emperor, Storm. Im Herz das Feuergeschenk des Tagessterns. Egal wie kalt es ist, wie stürmig, in diesen Momenten könnte ich weinen, vor Glück, vor Erfüllung. Es ist als wäre mein Leben ein Film, alles um mich herum passiert für mich. Als ob die Straßen Teppiche wären, nur für mich ausgelegt, als ob die Lichter nur für mich leuchten und der Lärm der Welt still geworden ist.

Zu Hause; angekommen. Einfaches Abendessen, wie so oft. Nur Pasta, Pesto, Rotwein, dennoch ein Festmahl, als ob dies das letzte Mal auf Erden ist, dass ich etwas schmecken werde. Meine Henkersmahlzeit. So gut, so viel Geschmack, so glücklich. Ich trete hinaus auf den Balkon in die Kälte; der Mond hat sich über die Dächer geschoben und strahlt golden in das zartrosa Nachtblau der Stadt. Das Aroma von fruchtig herbem Alkohol explodiert in meinem Mund. So viel Glück. So viel Glücklichsein. Mein Herz steht in Flammen. Lichterloh. Ein Leuchtfeuer in die heraufziehende Nachtkälte.
„Mann, ich hab alles. Alles.“ Mehr Glück, und ich bin sicher, ich würde auf der Stelle zerspringen. In tausende Glassplitter die glühend auseinanderstoben und kurz bevor sie klirrend auf dem Boden aufschlagen, jeder einzelne Splitter zu einem goldgelben Schmetterling wird, dem Mond entgegenfliegend. Einsam bahnt sich eine Träne den Weg, meine Wange hinunter bis zur Lippe.
Dann, in diesem imaginären Spotlight des Schicksals stehend, frage ich mich wie es dir geht. Dort drüben, in der anderen Stadt. Die Stadt die ich nur feindlich, fremd, grau und kalt kenne. In der du der einzige Mensch bist. Geht es dir genau so gut wie mir? Kann es das überhaupt?

Ich weiß warum mich dieses Glück nicht zermalmt wie zwischen Hammer und Amboss; ich weiß warum mein Herz nicht stehen bleibt. Weil etwas zu dem Moment fehlt, an dem meine Existenz komplett wäre. Nichts mehr hinzuzufügen. Glücklich. Die Geschichte wäre erzählt, das Schicksal geschrieben. Der Moment in dem die Nornen aus meinem Schicksalsfaden Gold gesponnen hätten.

Du fehlst.

— Drake Rubicon

Zurück aus der Zukunft

Chaos Communication Camp 2011

Mein erstes Camp liegt nun hinter mir. Es wurde schon viel dazu gesagt, doch Abseits der Dinge die einem zuerst einfallen, wenn man darüber gefragt wird gibt es doch die Kleinen Dinge und Anmerkungen, die man noch machen möchte aber selten dazu kommt. Zwei Stunden im Podcast und noch lange ist nicht alles erzählt.
Deswegen dieser Eintrag, der hoffentlich noch einmal die vielen unerwähnten Wichtigkeiten hervorbringt.

Zuerst die Menschen: Nie zu vor in meinem Leben habe ich so viele wirklich von Grund auf unterschiedliche Menschen auf einem Flecken Erde gesehen. Tausende Menschen die sich in Stil und Denkweise oft wie Tag und Nacht unterscheiden und dennoch ein ganzes Packet Eigenschaften miteinander teilen. Die Neugierde mit Dingen zu experimentieren und mit altbewährten neue Grenzen zu stecken, weit, weit vor den etablierten. Den Drag untereinander das Wissen zu teilen und die Freude gemeinsam Ideen zu tauschen und so von einem neuen Gedanken zum nächsten zu gelangen. Und das alles so friedlich und mit einer Inbrunst die ich selten zuvor erlebt habe. Eine bunte Menge aus dutzenden Ländern, die versucht hinter das offensichtliche zu blicken und die sich nicht nur einer, nein, einer ganzen Batterie Lingua Franca bedient, sei es natürliche Sprachen, Programmiersprachen oder Meme. Es wird gelebt, was sonst nur ein vages Gefühl im Netz zu sein Scheint: Eine vernetzte Welt ohne physische Grenzen.
Man könnte meinen es war eine ganz eigene Energie in der Luft, nicht nur die digitalen Botschaften die per WLAN, GSM, DECT und Funk über das Camp verteilt wurden.
Fast schon wehmütig habe ich am Sonntag den alten Flughafen verlassen, weil sich diese Gemeinschaft erst in 4 Jahren wieder am selben Ort einfinden wird.

Es folgen kurze Gedanken zu bestimmten Themen:
Ein Netzwerk privater Satteliten im Orbit zum Zwecke eines globalen freien Internet ist eine wunderbare Idee. Zu oft haben wir in letzter Zeit sehen müssen wie der Zugang zu freier Information sowie die Meinungsfreiheit bedroht oder sogar eingeschränkt und schlussendlich verwährt wurde. Es wäre doch traumhaft für die freie Menschheit sich über alle geschaffenen Grenzen hinaus verständigen zu können, von jedem Ort, sei er noch so abgelegen, der Erde aus.
Allerdings kann auch Sattelitenkommunikation gestört werden. Ob ein Sattelitensignal-Jamming nicht nur lokal funktioniert sondern auch über große Gebiete hinweg kann ich keine genauen Aussagen machen, allerdings denke ich. Das wäre vielleicht leichter als alle Satteliten die für ein bestimmtes Areal zuständig sind zu zerstören, die Technologie dafür wird auch schon erprobt.
Ich frage mich auch ob man hier schnell auf einen Nenner in Sachen Frequenzspektrum, Übertragungstechnologie und Synchronisation kommen kann.
Außerdem sinken zwar die Kosten für den Payload von Raketen allerdings möchte ein Sattelit auch erst einmal erhalten werden.
Das klingt fast so als wolle ich die Idee madig reden. Mein eigentliches Zeil ist es dann doch wohle eher auf gewisse Dinge hinzuweisen die ich auf dem Camp kaum gehört habe, denn die Idee dieses Sattelitennetzwerks ist phantastisch. – Ich wäre unter den Ersten die es nutzen würden.

WE SUCK!
What we suck at, why we suck at it, and some ideas on fixing that.

Ja, verdammt Moritz hat recht, viele der Menschen von denen ich oben noch redete haben Probleme. Wir alle die wir doch diese wunderbaren Sachen machen und oft behaupten können das uns die Arbeit keine Last ist sondern jeden Tag aufs neue Spaß macht.
Wir alle die mit Technik herumspielen, die für den Großteil der Menschheit nicht nur unerschwinglich ist, sondern auch kaum verständlich. *Its magic!*
Eines unserer Probleme ist: Wir bekommen den Mund nicht auf. Wir laborieren mit uns selbst oder einer kleinen Gruppe an Ideen herum die die Welt bewegen könnten. Könnten!
Wir pushen unsere Projekte auf Github, predigen OpenSource und schreiben untereinander tausende Mails in hunderten Mailinglisten, doch außerhalb unserer kleinen Welt ahnt kaum einer von den Gefahren die wir versuchen abzuwehren oder von den Errungenschaften die in Zukunft das Leben leichter machen könnten.
Wir müssen lernen, den Menschen irgendwie das nahe zu bringen was wir da tun, warum wir es tun – und das mit genau der selben Inbrunst und Leidenschaft mit der wir unseren Ideen Leben einhauchen.
Und wir sind faul. Wir warten darauf im letzten Vortrag des Tages noch einmal leicht unterhalten zu werden. Wir warten darauf, das man uns ins Gesicht sagt was nicht stimmt und das bitte mit einem ironischen Unterton der bedeuten kann, das alles doch gar nicht so schlimm wäre.
Anstatt selbst mal darüber nachzudenken, die kurze Zeit in der wir zusammen sind auch einmal dafür zu nutzen um uns gegenseitig zu sagen was nicht stimmt, wo es hängt.
Stattdessen liest man am nächsten Tag, was andere, nicht man selbst, wieder für einen geilen Scheiß gestartet haben.

Da fällt mir ein: Ich muss weg. Endlich was schaffen!
(Eigentlich auch nur eine billige Ausrede, da ich nach einer Woche den Artikel immer noch nicht fertig habe. – Egal, das wichtigste ist wohl gesagt.)

Wildsmile

Grinsekatze_trans1

Bald ist es ein Monat, den ich dort arbeite.
Wildsmile Studios. Dort werde ich auch den Großteil der nächsten drei Jahre verbringen. Jetzt, nach einem Monat Praktikum dort, scheint es als ob ich jeden dieser Tage voll und ganz genießen werde.

Es ist unglaublich und ich hätte nicht für möglich gehalten, wie frendlich und herzlich man dort aufgenommen wird. Alles wie eine große Familie. Offen, nett, wahnsinnig kreativ und nie irgendwie langweilig.
Ich weiß nicht, was ich dort genau mache, denn es fühlt sich nicht wie Arbeit an. Arbeit war in meinem bisherigen Leben immer irgendwie damit verbunden etwas zu tun, was ich eigentlich nicht wollte. Geld bekommen für etwas das mich weder weiter bringt oder mich glücklich macht, das war Arbeit.

Und jetzt? Ich setzt Sticker auf Druckbögen, bearbeite sie, bereite Ausstellungen mit vor, werde Siebdrucken, am Ende des Jahres höchstwahrscheinlich auf dem Chaos Communication Congress sein. Es ist unglaublich wieviel Spaß und Freude mir die ganze Sache macht. Irgendwie glaube ich selbst noch kaum welchen Wink mit dem Zaunspfahl mir das Schicksal da gibt.

Zu den Wildsmile Studios gehört Stickma, das Stickermonster, Tapethat, Die Siebdrucker, das Klebstoff-Magazin, Super Ideal und nicht zuletzt das relativ neue C.Rockefeller Center for the Contemporary Arts. Außerdem werden von Stickma jedes Jahr die International Sticker Awards ausgelobt. Was das alles für mein über die letzten Jahre deutlich gewachsenes Interesse für Streetart bedeutet kann ich kaum abschätzen, ich komme mir immer noch vor als würde ich träumen – tagsüber.

(What changed, what stayed, what the fuck – Part 1)

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