Vom Beginn der Zukunft

Eine kurze Geschichte von dem was war, was ist und was daraus werden kann.

Ja, wir werden damit bombardiert. Aus allen Löchern schießen uns die News um Apples neues iPad um die Ohren.
Ein Wahres Schlachtfeld da draußen. Auf der einen Seite wird das Pad gnadenlos zerrissen und auf der anderen Seite hoch gelobt. Wie um kein Apple-Produkt vorher wird die Diskussion so heiß geführt wie um das kleine Tablet.
Hier zeigt sich, wie eine brodelnde Gerüchteküche die Ansprüche in luftige Höhen treiben kann. Und der darauf folgende Fall auf den Boden der Tatsachen tut dann auch ziemlich weh. Es ist an der Zeit etwas hinter die spiegelnde Oberfläche des iPads zu schauen.

iPad1

Apple setzt mehr oder weniger konsequent das fort, was sie angefangen haben: Die langsame Revolution der mobilen Geräte. Zwar kann man sagen, dass Apple schon seit dem Newton in diese Richtung geht, doch war der Newton einfach zu früh – Die Kerntechnologien die Geräte wirklich mobil und universell anwendbar machen waren zur Zeit des ersten PDAs einfach noch nicht vorhanden. Weder die Batterien, noch die Eingabetechnologie waren auch nur Ansatzweise so gut wie heute.
Heute, 16 Jahre später, sieht das schon ganz anders aus. Apple hat viel Arbeit und nicht zuletzt auch große Mengen an Geld in die Entwicklung von Multitouch-Technologie und guter Batterien gesteckt, die zusammen mit unempfindlichem Flash-Speicher der eigentliche Kern mobiler Technologie sind, die sich mit Hilfe von Wi-F, UMTS/HSDPA und Bluetooth aus ihrem noch begrenzten Einsatzspektrum befreien sollte.
Doch stellt sich die Frage ob man dem Pad von Anfang an unbegrenzte Freiheit zugestehen sollte und ob man sich damit nicht selbst die Füße wegzieht.
Wohl gerade aus diesem Grund konnte es sich Apple nicht erlauben dem Gerät, dessen Preis die Frontlinie eines aufflammenden Kampfes sein wird, von Geburt an alle Features mitzugeben, die möglich sind.

Obwohl Apple nicht direkt die Telefonfunktionen des iPhones einbaut erlauben sie VoIP-Kommunikation über die 3G-Netzwerke. Zudem können es sich die Provider nicht leisten, die Datentarife aufgrund der günstigen Einsteigerpreise des Geräts übermäßig teuer zu machen. Und da das iPad von Anfang an netzoffen ist werden wir wohl eine wahre Subventionierungsschlacht um das Gerät erleben.
Was Apple hier angestoßen hat könnte das Ende des bisherigen Geschäftsmodells für Mobilfunkprovider sein. Die Zukunft gehört dem kabellosem Internet.

Doch was ist mit der unmittelbaren Umgebung des iPads? Eben alles was wireless um das Gerät zu erreichen ist: andere Computer, Eingabe- und Ausgabegeräte.
Apple hat zumindest hier einen Fehler begangen. Man sollte mindestens erwarten können, dass ein Gerät, das man ständig durch die Wohnung schleppt sich per WiFi mit den Hauscomputern syncen kann. Wobei man sehen kann, das dieses Feature wohl nicht mehr lange auf sich warten lässt, denn das iPhone OS 3.2 bringt eine neue Filesharing-Schnittstelle mit. Es ist zwar nur ein kleiner Anfang auf einen speziellen Ordner zugreifen zu können, aber man sieht wohin es gehen soll. Ähnlich wie bei der fehlenden Kamera. Auch hier kann man schon erahnen, das die in einer späteren Generation nachgeliefert wird, wenn das SDK schon das aufnehmen von Bildern ermöglicht, wenn auch vorerst nur von externen Geräten wie zB dem iPhone.
Interessant ist auch der Support von externen Monitoren via SDK. Wenn man etwas optimistisch anfängt sich vorzustellen was damit möglich ist merkt man schnell, dass Apps die mehrere iPads nutzen in nicht all zu ferner Zukunft möglich sein werden. Und das ist wohl endlich mal ein Teil Science-Fiction den wir von 2010 eigentlich erwartet haben.
Was ist aber mit Remote-Control Funktionen? Sicher, es wird die beherrschen, die auch schon iPhone und iPod-Touch, aber was ist mit den Dingen die wirklich sinnvoll für das Pad wären? Zum Beispiel ein Infrarotsender – Nichts wäre bequemer als mit dem iPad auf der Couch zu sitzen und seine Stereoanlage oder den Fernseher zu bedienen.
Irgendwie ist Apple in dieser Richtung sehr inkonsequent. Auf der einen Seite ein wirklich breites Produktspektrum das vom Apple-TV über mobile Geräte bis hin zu iMacs reicht und auf der anderen Seite die Begrenztheit der einzelnen Geräte. Es wäre mehr als nötig, dass Apple erkennt wie all diese Geräte ein fast symbiotisches System erzeugen können und sie untereinander agieren lässt. Die Anwendungsbeispiele sind unbegrenzt.

Man sitzt an seinem Computer und beginnt einen Film zu schauen, doch der Stuhl ist zu unbequem und man möchte lieber ins Wohnzimmer. Kein Problem, man streamt dem Film weiter vom Computer auf das Pad und sobald man damit im Wohnzimmer angekommen ist, kann man den Film per Pad und AppleTV bequem auf den Fernseher schalten. Während einiger etwas zäher Szenen browst man nebenbei mit dem iPad auf eine News-Seite und bemerkt, dass etwas wichtiges passiert ist, pausiert den Film und schaltet den Fernseher auf einen News-Sender.

Oder etwas produktiver:

Mit dem iPhone oder iPod hört man einen neuen Song und plötzlich: Inspiration! Man greift sein iPad und setzt sich an sein Instrument um die ersten Ideen für ein neues Lied aufzunehmen und Noten zu notieren. Hat das Ganze eine grobe Form, setzt man sich an den iMac und gibt dem ganzen den letzten Schliff mit Logic oder Garage band, die auf die Daten die auf dem Pad liegen zugreifen.

Eigentlich dürfte das keine Zukunftsvision mehr sein. Streaming- und Filesharingtechnologie dafür sind vorhanden.
Nur wo bleibt Apple?

Die Hardware begrenzt quasi nicht mehr, schon garnicht, seit dem der Hauseigene Prozessor Apple A4, der mit einem ARM Cortex-A9 MPCore und einem PowerVR SGX Series 5 Kern für die Grafik wirklich State-of-the-Art ist und man mit 802.11n WiFi oder HSDPA auch eine zufriedenstellende Streaminggeschwindigkeit sicherstellen kann.
Einer der wenigen Gründe die Interaktion des iPads mit der Umwelt einzuschränken ist der Sicherheitsaspekt. Wie schon beim iPhone zu beobachten ist, schränkt Apple die Funktionen des Geräts von Anfang an ein um dann Version für Version mehr Freiheiten gewährt. So kann man immerhin sicherstellen, dass alles so funktioniert wie es sollte und keine oder nur kleine Sicherheitslücken auftreten. Immerhin wäre es bei einem Gerät, das mit seiner Umwelt kommuniziert wichtig nicht von überall her angreifbar zu sein.
Außerdem darf man auch die eigentliche Zeilgruppe des Geräts nicht vergessen. Eben jene, die etwas haben will, was keine Rechenmaschine ist aber auch mehr als ein Smartphone. Zugegeben, ein Markt der noch zu erschließen ist, aber große Potentiale birgt. Ich könnte mir für einige Menschen die ich kenne eher das iPad vorstellen, als einen Rechner dessen Leistung sie niemals wirklich auslasten und niemals alles nutzen was ihnen damit möglich ist.
Die Technikelite die das Pad wegen fehlender Multitaskingfähigkeit und anderer fehlender Features zerreißt, scheint zu vergessen das technikbegeisterte Early-Adopter, die sich das Gerät sofort holen nicht die eigentliche Zielgruppe dafür sind. Sicher, auch für uns Nerds wird das iPad immer interessanter, je mehr Features es bekommt. Aber bis dahin ist es ein nettes Spielzeug und ein wunderbares Gerät um sich von der Herrschaft des Schreibtischs zu befreien, aber dennoch ein großer Schritt in Richtung Zukunft.
Einer Zukunft die wir uns schon seit Star Trek gewünscht haben. 2010, du fängst gut an!

picard-padds

Wiedersehen mit dem Würfel / Unendlichkeit

Gespräche mit Gott – Szene/Episode 1

Stimme aus den Würfel: „Sei gegrüßt! Wie geht’s dir, wir haben uns lange nicht gesehen.“

Gott: „Guten Morgen. Es ist wahr, wir haben uns eine kleine Ewigkeit nicht gesehen.“

Stimme aus den Würfel: „Eine kleine Ewigkeit? Für mich gibt es nur eine Ewigkeit. Diese kann doch nicht klein oder groß sein, denn das Wesen, dass ihr innewohnt ist doch unendlich.“

Gott: „Richtig und zugleich Falsch. Es ist das Wesen der Ewigkeit unendlich zu sein, dies ist wahr. Doch lässt sich eine Ewigkeit teilen, ein jeder Teil davon so groß wie die Ewigkeit selbst. Diese Teile sind der Ewigkeit gleich aus der sie stammen.“

Stimme aus den Würfel: „Man kann also sagen, das Unendliche sei unendlich bis in seine kleinsten Teile hinein, die dennoch genau so groß sind wie die Unendlichkeit selbst. Ein Ding dessen Sinn es selbst ist.“

Gott: „So ist es mit allen Dingen.“

Stimme aus den Würfel: „Ich bin nicht unendlich, irgendwann werden wir nicht mehr miteinander sprechen können, weil ich nicht mehr bin. Meine Zeit ist begrenzt. Wieso zeigst du mir Dinge die aus sich selbst heraus sind und immer sein werden, so lange bis ich längst vergessen bin?“

Gott: „Du, wie alle Dinge, bist unendlich. Deine Zeit als das was du bist ist begrenzt, doch deine Existenz wir niemals aufhören.“

Stimme aus den Würfel: „Wie kann ich unendlich sein, wenn ich weis nur eine Begrenzte Zeit hier zu haben? Oder gibt es eine Seele?“

Gott: „Das ist eine andere Sache, wir werden sie an einem anderen Ort zu einer anderen erörtern. Denn die Seele ist nicht wahr und dennoch real.
Du bist unendlich in dem du einfach bist, jede Unendlichkeit in dir wird bis zum Ende der Zeit das sein was sie ist. Du mögest getrennt werden und du warst getrennt. Ebenso waren alle Teile deiner selbst schon bevor du warst und sie waren etwas was du nicht mehr bist und so wird es fortwährend weiter sein.“

Stimme aus den Würfel: „Ich bin also die Summe meiner Teile und meine Teilsumme wird nach mir Summand einer anderen. Das würde bedeuten, irgendwann wäre ich wieder ich, wenn alle Teile wieder vereint sind – durch das kommutative Gesetz und zeitlich durch das assoziative Gesetz.“

Gott: „Wahrlich ich sage dir du wirst niemals wieder sein der du warst, denn nie werden deine Summanden wieder so in der Gleichung belegt wie sie es zu deinem Anfang waren. Dennoch erkennst du die Möglichkeit die dir die Unendlichkeiten verleihen und mit jeder Sekunde die verstreicht eröffnen sich dir in allen Unendlichkeiten ebenso viele neue.“

Stimme aus den Würfel: „Aber ich kann sie nicht nutzten. Ich werde es niemals können.“

Gott: „In der Tat, du wirst es nie, aber vielleicht ein anderes du, dort draußen im Schaum des Meeresrauschens und dennoch triffst du immer alle deiner Möglichkeiten.“

Stimme aus den Würfel: „Kann ich es nicht versuchen? Du gabst es uns, damit wir uns daran versuchen, oder irren wir auch hier wie so oft?“

Gott: „Ich gab, nicht um zu versuchen. Ich gab für das Leben, ich gab für die Schönheit, ich gab für die Liebe, ich gab für alles was ihr daraus schaffen könnt.“

Engel in der Mitte der Windrose (eine Fackel tragend):

„Das Universum ist perfekt.
Du kannst es nicht verbessern.
Wenn du versuchst es zu ändern,
Wirst du es vernichten.
Wenn du versucht es zu halten,
Wirst du es verlieren.“

Metatron: „Schweig!“

Stimme aus den Würfel: „Du gabst. Wirst du zurückfordern was dein war?“

Gott: „Niemals. Es ist ein Geschenk, ein neuer Weg.“

Stimme aus dem Würfel: „Wahrhaft großzügig. Wie kann man ein solches Geschenk nicht annehmen?“

Gott: „Es ist kein Geschenk im Sinne des Schenkens. Was dort besteht das fortbesteht. Sie können verweigern und ignorieren, sogar ihre Existenz leugnen. Dennoch: Sie sind, sie werden, sind im Kommen und Gehen Teil ihres eigenen Geschenks.“

Stimme aus den Würfel: „Unendlichkeit!“

Gott: „Dies ist Wahr.“

Stimme aus dem Würfel: „Du gibst nur was du bist und was alles sein sollte.“

Gott: „Wie könnte ich mehr geben? Wenn ich mehr wäre so wäre ich unendlich mehr und dennoch mit jedem neuen Geschenk das ich mache werde ich unendlich mehr.“

Stimme aus den Würfel: „Du gibt nicht ohne Hintergedanken. Ich bin überrascht.“

Gott: „Doch die Gedanken sind rein. Ich gebe um zu sein. Mir wurde gegeben, damit ich bin, ich gebe damit etwas sein kann.“

Stimme aus den Würfel: „Dir wurde gegeben? Wer? Hier ist niemand sonst der geben kann!“

Gott: „So wie ich dir sagte, dass die Unendlichkeit Teil einer anderen ist, so bin auch ich. Ich kenne den Geber nicht und werde ihn niemals kennen, niemals wissen ob der Geber wahr ist, wie auch niemand dem ich das Geschenk mache erkennen kann, das ich es war der schenkte. Der Geber ist genau so wie ich und doch unendlich mehr. Sieh mich an!“

Stimme aus den Würfel: „Ich sehe dich nicht, ich konnte dich noch nie sehen.“

Gott: „In der Tat, dies ist Wahr für alles was ist. Denn alle Existenz ist Illusion und alle Illusion ist nur aufgeworfener Staub im Nichts.“

Stimme aus den Würfel: „Ich danke dir für diese Worte.“

Behutsam hob Metatron den Würfel auf, betrachtete seine Intarsien und legte ihn auf den angestammten Platz.


Projekte 2010 – 1

Um mal ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern möchte ich euch etwas davon erzählen wie es hier weitergeht und überhaupt, was ich so das nächste Jahr über mache:

Eigentlich hatte ich geplant für die Dinge die ich so schreibe einen eigenen Blog einzurichten, getrennt vom privaten. Allerdings hätte ich dann 3 Blogprojekte von denen mindestens eins zu kurz kommen würde. Außerdem ist es ja nicht so, als wäre das was ich schreibe nicht irgendwie ein Teil von mir.
Ich werde vielleicht das Layout etwas anpassen um dem Leser hier besser begreiflich zu machen, dass literarische Beiträge eine Zäsur zu den persönlichen darstellen (oder andersrum), aber da werde ich erst einmal beobachten wie es läuft. Zu lesen gibt’s alles was mir so aus der Feder läuft oder in en Tasten klackert. Szenen, Gedichte, Prosa usw., lasst euch überraschen. Für Fragen wegen der Interpretation stehe ich dann gerne bereit oder werde manchmal sogar selbst eine kurze Erklärung dazu schreiben.
Alles in allem also mehr Inhalt für hier.

Update: Hab mal einen ersten Vorgeschmack online gestellt. Sicherlich keine leichte Kost, aber ein Vorgeschmack.

Mit dem Schirmprojekt-Dings geht es auch eher schleppend voran. Das Layout und alles technische ist zwar fertig, allerdings komplizierte sich die Sache mit den zusätzlichen Autoren. Denn die sind mittlerweile in viele verschiedene Himmelsrichtungen zerstreut. Nicht das so etwas  schlecht fürs Projekt wäre, aber schlecht für die Kommunikation, da Australien nun eben mal eine ganz andere Zeitzone hat, zB.
Ich will nicht sagen es liegt auf Eis, denn dazu tut sich zu viel. Schnell voran geht es wie gesagt aber auch nicht.

Als letztes noch ein Ausblick darauf woran ich 2010 mit Webtechnologien arbeiten möchte. Vor kurzen faszinierte mich das Konzeptvideo zum Mag+. Eine Art eReader gedacht für Magazine. Das Layout und die Bedienung haben mich irgendwie fasziniert und ich wünschte es würde so etwas auch für Blogs geben. Da es das nicht gibt muss es wohl gemacht werden. Ich hoffe ich habe damit Erfolg, jedenfalls wird es mich länger auf Trab halten.