www: google.offline

Was wäre wenn Google plötzlich nicht mehr da wäre? Das ganze Unternehmen weg. Einfach so, von hier auf jetzt.

Eine Frage die sich mir diese Woche kurz gestellt hat und deren erste Antwort so banal wie auch naiv ist: Eine Suchmaschine und ein paar Services weniger im Netz. Nicht sonderlich schlimm. Oder? Doch eigentlich ist Google ja viel mehr als eine kleine weiße Seite mit Suchfeld und buntem Logo.

Also, was wäre nun wenn Google plötzlich aufhören würde zu existieren?

Als erstes würde natürlich auffallen, dass die Suchmaschine nicht mehr da wäre. Für viele wäre das schon der Supergau, denn immerhin gehört da nicht nur die Website-Suche dazu sondern auch Blog-, Bilder- und News-Suche. Aber ich denke jeder von uns erinnert sich noch an Ask, Yahoo, Microsoft Live, Fireball und viele andere. Außerdem würde große News-Portale wie Spiegel-Online schnell einen Artikel veröffentlichen in dem Alternativen genannt werden. Das könnte immerhin deren große Stunde werden.

Doch was gehört noch alles zu Google? Eine ganze Menge Unternehmen. 54 an der Zahl. Unter anderem Feedburner, Doubleclick, Android, AOL, Keyhole, Picasa, YouTube, und Grand Central.

Das Wegfallen von AOL würde einige Tausend Menschen vom Internet abschneiden. Eben alle AOL Kunden. Über die genauen Nutzerzahlen habe ich keine konkreten Informationen, aber ich denke es würden eine große Zahl von Usern, vor allem in den USA vom Internet abgeschnitten.

Das Fehlen von Feedburner würde wohl sehr vielen ziemlich gegen de Strich gehen was den Flow von Nachrichten wohl für einige Stunden verlangsamen würde. Spätestens am ende des ersten Tages hätten die Nachrichtenseiten und Blogs den Traffic ihres Lebens und alle die sich nicht den Bequemlichkeiten von Feedburner hingegeben haben würden wohl hier oder dort ein Lob einheimsen. Wobei auch hunderttausende von hier auch jetzt verschwunden wären, weil sie von Blogger, Googles Blogdienst gehostet werden. Millionen von Informationen, einfach aus dem Netz getilgt.

Wo wir schon gerade bei Traffic waren: Der Verkehr der normalerweise zu Youtube fließt wäre ja weg, was zu freien Kapazitäten führe würde. Fraglich ist ob sich dies mit den entstehenden Flaschenhälsen an diversen Daten-Centern ausgleichen würden, weil die von Google betriebenen Center weggefallen wären. Überhaupt ist das eine sehr Interessante Frage: Wie sehr würde es zu Störungen in der Infrastruktur führen? Meiner Meinung nach wäre es nur Marginal. 37  Datencenter klingen ja nicht wirklich nach viel.

Sichtbare Spuren des „Google-Blackouts“ würde es auch auf vielen kommerziellen Websites geben, da diese den Ad-Service „Doubleclick“ nutzen. Aber würde das jemanden stören? Mit Sicherheit nicht, zumindest von der User-Sicht aus.

Andere Services wie Keyhole, das ein Kernservice für Google Earth und Google Maps ist, oder Picasa die gewisse Handlungsabläufe einfacher machen oder Services bieten die man nutzen könnte würden vor allem für die Millionen Nutzer Probleme bereiten. Das gilt besonders für gMail oder Google-Talk oder wenn man mehr an die Hintergrundservices denkt für Webmaster-Tools und Analytics.

Klar, für alle diese Services gibt es Ersatzdienste, die auch mehr oder weniger Verbreitet sind. Ein gutes Beispiel ist Flickr, da dieser Service viel verbreiteter ist als Picasa.

Schwerer ist es die Mobile Sparte, die Google mit zahlreichen kleinen Services und seit kurzem auch Android-Phones abdeckt, abzuschätzen. Viele Early-Adopter wären gegen den Kopf gestoßen, wenn der Support für ihre neuen Mobiltelefone plötzlich nicht mehr da wäre.

Was ich jetzt hier nicht erwähnt wurde sind die zahllosen kleinen Services die Google anbietet, sei es im Web-Bereich oder als Desktop-Anwendung.

Fazit:
Eine Welt ohne Google ist vorstellbar und gar nicht so undenkbar, wie viele es behaupten. Obwohl sich der Gigant von Firma auf dem ganzen Markt breitgemacht hat, konnten sich doch viele andere Anbieter etablieren, die ähnliche, gleiche und oft sogar bessere Dienste anbieten die man, im Falle des Falles nutzen könnte.

Von mir aus kann der Google-Gau kommen. Ich finde und werde gefunden. Auch ohne den allwissenden Kraken.

2 Gedanken zu „www: google.offline“

  1. Tschüß Google, ich werd dich nicht vermissen. Ne echt nicht. Geh jetzt, tschüß! Oder vielleicht doch.. werde ich meinen großen Erzfeind, den ich neben Microsoft mit so viel Hassliebe vollpumpe, am Ende gar vermissen und ihm nachtrauern, weil an seiner Stelle etwas viel Schlimmeres kommt.. toll, jetzt hab ich Kopfweh..

  2. Jedes Mal, wenn sich wieder die Welt nach der neusten Google-Anwendung die Finger leckt, könnte ich das Kotzen bekommen. Dieser Konzern hat meiner Meinung nach schon jetzt viel zu großen Einfluss auf das Internet und viel zu viele Userinformationen. Google könnte doch jedem Geheimdienst das Wasser reichen; schlimmer noch: es erwirtschaftet sogar astronomische Gewinne.

    Aber ich will dein hübsches Szenario noch ein wenig weiter treiben: Was wäre, wenn morgen das ganze Internet nicht existieren würde? In welches Chaos würde diese Welt gestürzt werden? Auch wenn diese Idee ein bloßes Hirngespinst ist, interessant wäre die Vorstellung doch allemal, oder?

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